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Die Ausleitungsverfahren
gehören zu den ältesten
Behandlungsverfahren überhaupt.
In allen Volksheilkunden kennt
man die eine oder andere Form
der Aus- und Ableitungsverfahren.
Man leitet dort aus, wo der
Organismus etwas angestaut hat.
Dies führt meist zu einer
sofortigen, wohltuenden Besserung
der Beschwerden. Leitet man
häufig genug aus, werden
die Beschwerden verschwinden.
Ausleitung ist die Entstauung
eines Staugebietes mit der Ausscheidung
der vorhandenen Schlackenstoffe
am entsprechenden Ort nach draußen.
Die Verfahren versuchen, den
Organismus so zu entlasten,
damit Funktionsstörungen
aufgehoben werden und der Stoffwechsel
wieder optimal funktionieren
kann.
Aderlass
Stoffe, von denen der Körper
zu viel hat, werden nach außen
geleitet, um ihn zu entlasten.
Der Aderlass ist eine Blutentnahme
zu therapeutischen Zwecken.
Die vielfältige Wirkungen
des Aderlasses erklären
sich aus dem "leeren Raum",
der durch den Blutentzug geschaffen
wird. Dieser wird durch ein
Nachströmen von Gewebsflüssigkeit
wieder aufgefüllt. Dadurch
verändert sich die qualitative
Zusammensetzung des Blutes.
Dadurch wird die Fließeigenschaft
des Blutes verbessert, ein blutbildender
Reiz auf das Knochenmark ausgeübt
und eine Vermehrung der Leukozyten
(weiße Blutkörperchen)
bis hin zu einer Einflussnahme
auf im Gewebe zurückgehaltene
Stoffwechselendprodukte und
Toxine (Gifte) erreicht.
Blutegeltherapie
Die Blutegeltherapie ist ein
Jahrtausende altes Heilverfahren.
Der Blutegel wird eingesetzt
bei Problemstellungen wie Krampfadern,
Besenreisern, Venenleiden, Arthrose
oder Tinnitus. Die Blutegel
werden entweder mit der Hand
oder einem Likörglas aufgesetzt
und mit einem Holzspachtel an
die konkrete Beschwerdestelle
angesetzt. Der Blutegel saugt
bei der Blutegeltherapie ca.
30 Minuten. Am Ende des Saugens
fällt der Blutegel von
alleine ab.
Baunscheidtieren
Mittels eines sogenannten "Baunscheidt-Geräts"
wird die Haut minimal perforiert.
Dies ist nicht schmerzhaft,
sondern eher angenehm. Anschließend
wird eine spezielle Mixtur,
das Baunscheidtöl, auf
die Haut aufgebracht. Dieses
Öl bewirkt eine angenehme
Erwärmung der Haut. Die
Haut rötet sich und es
bilden sich Hautquaddeln. Diese
Reaktionen führen zu einer
Entgiftung und Entschlackung
sowie einer Tiefendurchblutung
des Bindegewebes.
Schröpfen
Schröpfen ist eine
mehr als 5000 Jahre alte Therapieform.
Mit Hilfe von Schröpfköpfen
werden an bestimmten Körperzonen
positive Reize durch Unterdruck
gesetzt. Dadurch werden die Selbstheilungskräfte
des Körpers aktiviert und
eine Umstimmung erreicht. Hierbei
werden die reflektorischen Beziehungen
zwischen Hautzonen und Organen
genutzt (Headsche Zonen) und so
regulierende Reize gesetzt. Eine
Sonderform ist die Schröpfmassage,
bei der die gesetzten Schröpfköpfe
über die gut geölte
Haut bewegt werden.
Cantharidenpflaster
Es handelt sich um Pflaster,
die mit einer Salbe aus dem
getrockneten und gemahlenen
„Spanischen Käfer“
(auch „Spanische Fliege“)
bestrichen sind. Dieser südeuropäische
Vertreter der Ölkäfer
produziert ein starkes Reizgift
(Cantharidin). Das Pflaster
erzeugt nach einigen Stunden
eine örtliche blasige Hautentzündung,
welche meistens ohne Narbenbildung
abheilt. Oft bleiben Verfärbungen
zurück. Cantharidenpflaster
wirken durchblutungsfördernd
und lymphstrombeschleunigend.
Die Gewebsflüssigkeit,
die in die Blasen austritt,
nimmt „Schlacken“,
Gifte und Schmerzmediatoren
mit sich.
Manchmal werden sie in Analogie
zu den blutigen Ausleitungsverfahren
als „weißer Aderlass“
bezeichnet. Sie werden hauptsächlich
bei arthritischen, rheumatischen,
arthrotischen und neuralgischen
Schmerzen eingesetzt.
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Kurz-Info |
- Aderlass
- Blutegeltherapie
- Baunscheidtieren
- Schröpfen
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Cantharidenpflaster
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